Googles Weg zu mehr KI auf dem Smartphone

16.05.2018

Die jährlich stattfindenden Google-Entwicklerkonferenz Google I/O zeigte in diesem Jahr sehr viele Entwicklungen für Smartphone-Apps und das hauseigene Betriebssystem Android, die immer stärker die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz auf das Smartphone bringen. Mit höchst erstaunlichen Möglichkeiten.

Der sicherlich spannendste Moment in der Keynote zur Entwicklerkonferenz Google I/O, die wie immer am Google-Hauptsitz im Silicon Valley vor einer großen Zahl von Entwicklern abgehalten wurde, war der, als ein Google Manager zeigte, wie mit der auf praktisch allen Android-Smartphones installierten App “Google Maps” zukünftig Reservierungen in Restaurants und anderen Dienstleistern abgewickelt werden dürften.

Anstatt nämlich den Einsatz von komplexen API-Strukturen zu etablieren, die letztlich nur eine kleine Zahl von Dienstleistern implementieren dürften, nutzt “Google Duplex” die ureigenste menschliche Schnittstelle – die menschliche Sprache. Genauer: Eine synthetisierte menschliche Stimme, die vollständig von künstlicher Intelligenz gesteuert Reservierungen per Telefon durchführt und in Echtzeit die Reaktionen des Dienstleisters aufnimmt und verarbeitet. Live vorgespielte Testaufnahmen zeigten, dass die angerufenen Mitarbeiter von Dienstleistern offenkundig überhaupt nicht mitbekamen, dass die Reservierung von einer künstlichen Intelligenz aus gesteuert wurde.

Google zeigt sehr eindrucksvoll den Weg, den andere Unternehmen wie IBM, Amazon und viele mehr ebenfalls bereits gehen: Das Smartphone wird immer mehr zu einem “Terminal”, während die Programmlogik immer komplexer wird und daher in der Cloud liegt. Zwar sind alle individuellen Aktionen im Profil des Nutzers gespeichert, aber dennoch lernt die KI durch die vielen Interaktionen immer mehr dazu. Der Computer wird in der Tat dadurch menschlicher, dass er immer mehr von Menschen lernt. Und das ist mit einer Basis von inzwischen mehreren Milliarden mobilen Geräten ein reiches Feld.

Nur eine Welt, die in Apps von Google, IBM oder Amazon funktioniert? Ganz sicher nicht. Beziehungsweise: Ganz sicher dürften auch etablierte Unternehmen außerhalb der großen IT-Konzerne auf dem Weg zum Customer Success diese Möglichkeiten nicht vernachlässigen.

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