Die Blockchain zum Speichern von medizinischen Daten

Hartmut Gasser, 28.09.2017

Die digitale Speicherung von medizinischen Daten gehört zu einem der wichtigsten Zukunftsmärkte. Immer ausgefeiltere medizinische Lösungen erfordern eine immer größere und vor allem flexiblere Dokumentation. Das Blockchaining, also das Speichern einer dezentral geführten Datenbank, ist auch in diesem Bereich die Basis für viele Startups, die mit der Blockchain eine funktionsfähige Alternative zu bisherigen Speicherlösungen und Gesundheitskarten liefern möchten.

Die Krankenhäuser der US-Stadt Boston setzen derzeit 26 Systeme zum Speichern von medizinischen Daten ein, jedes hat dabei eigene Daten- und Darstellungsformate und die wenigsten Systeme sind kompatibel zueinander. John Halamka, CIO am Beth Israel Beaconess Medical Center Boston, sieht dabei die Blockchain als sinnvolle Möglichkeit, Datenbestände zu dezentralisieren und gleichzeitig autoritativ zu halten.

Die Idee dabei ist simpel und bestechend: Von Patienten autorisiertes medizinisches Personal sollte in die Lage versetzt werden, der medizinischen Akte des Patienten Einträge hinzuzufügen und bestehende Einträge mit nachträglichen Hinweisen bearbeiten zu können. Diese Dokumentation wiederum stünde dann anderem medizinischen Personal zur Verfügung, wenn der Patient auch diese Personen zur Nutzung autorisiert.

Im Gegensatz zu inselartigen Speicherlösungen, die weitgehend auf die datenerzeugenden Einrichtungen beschränkt sind, gibt eine Datensicherung via Blockchain die im medizinischen Bereich nötige und jederzeit prüfbare Authentizität, so dass Datenbestände problemlos institutsübergreifend synchronisiert und auch zeitversetzt eingesetzt werden können. Ein Arzt könnte beispielsweise ein nötiges Medikamentenrezept für einen Patienten in seine elektronische Akte hinterlegen und mit einem Blockchain-Eintrag sichern. Jede Apotheke, die Zugriff auf die Blockchain hat und durch den Patienten vor Ort im Geschäft eindeutig autorisiert wird, könnte dieses Rezept abrufen und bearbeiten.

Eine Blockchain-Anwendung böte aber weitere Lösungsansätze, die weit über das hinausgehen, wie die Medizinbranche heutzutage funktioniert. Die Akte eines Patienten stünde nicht nur allen beteiligten Ärzten zur Einsichtnahme bereit, sondern würde eine echte, dialogorientierte Anwendung ermöglichen, in der die beteiligten Ärzte beispielsweise in Kurzform bestimmte Behandlungsweisen diskutieren könnten. Fügt ein Arzt eine weitere Information der Akte hinzu, könnten die mitbehandelnden Ärzte dies aus der Blockchain ersehen und zeitnah in einen direkten Dialog treten.

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