Digitalisierung in der Versicherungsbranche: Ein Beispiel aus Japan

27.01.2017

Es sind zwar immer noch eher kleine Schlagzeilen, die der Vormarsch der Digitalisierung in der Finanz- und Versicherungsbranche auslösen, aber sie lassen aufhorchen. In Japan sind gleich mehrere Versicherungsunternehmen dabei, einen beträchtlichen Teil von bisher sehr personalintensiven Prozessen zu automatisieren. Entwicklungen, die zwar Mitarbeitern Sorgen um ihren Arbeitsplatz bereiten, aber vor allem eine große Chance für Unternehmen sind.

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Der Lebensversicherer Fukoku Mutual Life Insurance ist hierzulande weitgehend unbekannt und auch in Japan eher einer der kleinen Versicherer. Fukoku Mutual Life hat jedoch ein interessantes Digitalisierungsprojekt durchgeführt und dabei 30 % des Personals in der Zahlungsabteilung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ersetzt. Diese Systeme übernehmen hauptsächlich das Scannen und Verarbeiten von Krankenakten und weiteren Dokumenten, um auf Basis dieser Informationen Bewertungen für Versicherungsleistungen vorzunehmen. Zwar werden diese Bewertungen endgültig immer noch durch Mitarbeiter vorgenommen, die aber können dank der systematischen Computer-Vorarbeit die Versicherungsfälle erheblich schneller abschließen und Zahlungen auslösen.

Nach Recherchen der japanischen Zeitung The Mainichi investiert Fukoku Mutual Life rund 1,7 Millionen US-Dollar und rechnet mit jährlichen Kosten von 128.000 US-Dollar. Dem stehen jedoch personelle Einsparungen von jährlich rund 1,1 Millionen US-Dollar gegenüber. Die Investitionen von Fukoku rechnen sich demnach schon im zweiten Jahr des Einsatzes.

Mitarbeiter will Fukoku Mutual Life nach eigener Aussage nicht entlassen. Mitarbeiter sollen an anderen Stellen im Unternehmen eingesetzt werden. Außerdem rechnet der Versichererer aufgrund des sehr speziellen demografischen Wandels in Japan mit einer weiterhin deutlich älter werdenden Gesellschaft und zukünftigen Personalengpässen.

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