Das schwierige Fahrwasser der Yomo-App

24.05.2018

Die Girokonto-App “Yomo” der deutschen Sparkassen startete 2016 mit vielen Wünschen und Hoffnungen in die Entwicklung. Nach zwei Jahren, einem geschlossenen Betatest und mäßigen Resonanzen offenbarten sich Schwächen in Konzeption und Umsetzung. Und nun springen immer mehr Sparkassen ab.

Das schwierige Fahrwasser der Yomo-App

Die Idee hinter Yomo ist gut: Eine App für das Banking mit einem günstigen Online-Girokonto, das bei teilnehmenden Sparkassen geführt wird. Mit einem Schlag wären die Sparkassen ganz oben mit dabei in der Fintech-Szene. Das wurde auch szenisch gut mit einer “startup-mäßigen” Dramaturgie und Bildern inszeniert.

Tatsächlich ist Yomo allerdings inzwischen in Nöten. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit ist Yomo immer noch im Beta-Stadium, das erst vor einigen Tagen bis Ende des Jahres verlängert wurde. Indessen springen viele Sparkassen wieder aus dem Yomo-Projekt ab, während die Gründungs-Sparkassen weiterhin versuchen, andere Sparkassen für das Yomo-Projekt zu werben.

Dabei ist unübersehbar, dass Yomo zwar eine zielführendes Konzept der Digitalisierung für die Sparkassenorganisation ist, die Konzeption aber vor allem aus Sicht der immer noch stark auf das Regionalprinzip pochenden Sparkassen heraus entwickelt wurde.

Viel wichtiger wäre aber gewesen, sich mit User Experience und den Erwartungen der Kunden auseinanderzusetzen. Denn Kunden wissen heute, wie Digitalisierung “richtig” geht. Kunden erwarten schnell eine Lösung, die sich stetig entwickelt. Mit einer MVP , einer Minimal Viable Product Entwicklung, ergeben sich genau diese Möglichkeiten. Für Yomo wäre so vielleicht ein Neustart möglich – zum Vorteil der Sparkassenorganisation.

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