Der Erfinder der Disruption

Dr. Joachim Degel, 08.05.2019

Disruption ist ein moderner Begriff für den Wandel von etablierten Prozessen. Dabei sind disruptive Bewegungen und Entwicklung wahrlich keine neue Erfindung. Das Jahr 2019 ist, 500 Jahre nach dessen Tod, ein regelrechtes Leonardo-da-Vinci-Jahr. Und es gibt keinen Grund, da Vincis Lebenswerk nicht auch aus wirtschaftshistorischer Sicht zu würdigen.

Mona Lisa

Nie waren die Arbeitsweisen von da Vinci aktueller, wie heute. In einem Portrait eines großen, deutschen Nachrichtenmagazins wird Leonardo da Vinci nicht als “Universalgelehrter” bezeichnet, sondern eher als ein “Universal-Lernender”. Und tatsächlich prägte da Vinci nicht nur seine vielschichtigen Ausdrucksweisen, sondern vor allem seine unbändige Neugier auf alles und jeden. Ob Geschichte, die er in Gemälden zum Ausdruck brachte, technische Ideen, die er in beachtenswerte Skizzen und Bauanleitungen niederschrieb oder sich durch umfangreiche anatomische Studien von Kadavern und Leichen zu einem anerkannten Fachmann für Anatomie entwickelte – nichts war vor ihm sicher.

Seine Neugier kanalisierte da Vinci auf erstaunlich konkrete Lösungsansätze, die damals wie aus der Zeit gefallen schienen und noch heute eine Faszination ausstrahlen über die Universalität der Arbeitsweise.

Exakt hier begründet sich die Disruption. Das Definieren von fehlenden Lösungen und die konsequente Detektion von Problemstellungen sind der Beginn der Analyse disruptiver Entwicklungen. Man stelle sich vor, was ein Leonardo da Vinci heute denken und entwickeln würde, wenn er in einem Fintech arbeiten würde. Dass so ein Gedankenspiel wahrlich nicht albern ist, liegt schon darin begründet, dass da Vinci eben jemand war, der sich nicht um die sprichwörtlichen Leisten kümmerte, bei denen ein Schuster bleiben solle.

Es gilt, diesen Spirit eines “coolen Typen” mitzunehmen, zu verinnerlichen, zu leben und wiederum zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Und vor allem diese Denkweise in die Produkt- und Unternehmensentwicklung fest zu verankern. Erst wenn die Rahmenumstände stimmen und eine “entdeckungsfreundliche” Umgebung geschaffen ist, entsteht der Boden für den “Flow” der Entwicklung.

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