“Number26” - Das Konto der Zukunft?

Hartmut Gasser, 30.11.2015

Mit hehren Zielen ist im Sommer das Berliner Startup “Number26” gestartet. Nicht viel weniger als das gute, alte Girokonto will das Unternehmen mit derzeit rund 70 Mitarbeitern revolutionieren und das vor allem mit einer App für iPhone und Android als Kernstück, einer MasterCard-Kreditkarte und dem Versprechen, in 8 Minuten ein kostenloses Girokonto eröffnen zu können. Warme Luft oder eine echte Ansage?

Schon das erste Versprechen verspricht Spannung: Das Number26-Girokonto soll in nur 8 Minuten bereit sein. Dies funktioniert mit der Number26-App, die sich der Interessent vorab auf sein Smartphone installieren muss. Wird diese App gestartet, beginnt der Anmeldeprozess, der nach der Eingabe der Kontaktdaten in ein Videogespräch übergeleitet wird. In diesem Gespräch führt ein Mitarbeiter von Number26 den Neukunden dann Schritt für Schritt durch die Personenverifizierung bis hin zur Überprüfung des Ausweises. Und tatsächlich - nach weniger als zehn Minuten ist das Girokonto bereit, die Kontoverbindung aktiv und die App freigeschaltet für das normale Banking.

Die App zeigt sich erstaunlich übersichtlich und aufgeräumt. Auf einen Blick werden Kontostand und die letzten Kontobewegungen angezeigt. Ebenso beherrscht die App eine weitgehend automatische und hinzulernende Kategorisierung von regelmäßigen Ein- und Ausgaben. Kontobewegungen können auch via Push-Mitteilung sofort auf dem Smartphone angezeigt werden. Abgewickelt werden die Bankgeschäfte mit dem Partner Wirecard Bank aus München.

Als Direktbank spielt Number26 beim Geldtransfer alle Karten aus und setzt tatsächlich Maßstäbe. Neben der üblichen Banküberweisung können über die App auch an Empfänger im lokalen Adressbuch Geldtransfers angestoßen werden. Ist ein Kontakt nicht selbst Number26-Konto, erhält dieser eine Mitteilung und einen verdeckten Link auf eine Website, auf die der Kontakt seine Kontodaten eintragen kann, um das Geld dann über eine normale Banküberweisung zu erhalten.

Die kostenlose MasterCard sichert den Zugang zu allen Geldautomaten weltweit und funktioniert auch als normale Debit-Kreditkarte. Number26 verzichtet hierbei auf eigene Transaktionskosten, auch bei Abhebungen im Ausland. Eine Maestro-Karte ist laut Number26 ebenfalls in der Entwicklung.

Interessant ist auch das hauseigene Zahlungssystem “CASH26”, das mit Kooperationspartnern wie Supermärkten funktioniert. In der Number26-App startet der Kunde dabei die Auszahlung und die App generiert in Echtzeit einen Barcode, der beim Kooperationspartner an der Kasse eingescannt wird. Daraufhin kann der Kassenmitarbeiter den gewünschten Betrag auszahlen. Der Weg funktioniert auch umgekehrt - Kunden können bei Kooperationspartner auf gleichem Wege Geld einzahlen.

Mit 70 Mitarbeitern, 70.000 Kunden und einem Investitionsvolumen von 12,6 Millionen Euro gehört Number26 sicherlich noch zu den kleineren Direktbanken. Dennoch beweisen die Macher des gerade einmal zwei Jahre alten Startups, dass modernes und kostenloses Banking auch jenseits von umfangreichen Beratungsangeboten funktionieren und erfolgreich sein kann. An der Simplizität der Anmeldung und des Bankings werden sich alle Online-Banking-Apps messen lassen müssen.

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