Was der Kauf von Tink durch Visa bedeutet

Dr. Joachim Degel, 19.07.2021

Es ist eine Nachricht Ende Juni, die aufhorchen lässt. Für 1,8 Milliarden Euro kauft der US-Kreditkartenkonzern das schwedische Fintech Tink. Ein Kauf, der Signale sendet.

Das Thema Open Banking, also die Vernetzung von bis dato weitgehend institutseigenen Bankensystemen mit einheitlichen Schnittstellen und API, ist eine Kernaufgabe für Tink, gepaart mit einer gänzlich anderen Ansprache. Dass die Macher von Tink auf ihrer Website den Besucher duzen - und zwar auch den Banker - ist so ein gelebter Paradigmenwechsel bei einem Unternehmen, das so ziemlich alles anders gemacht hat seit seinem Start 2012.

Dabei ist Open Banking inzwischen selbst bei kleinen Bankinstituten kein Fremdwort mehr und steht immer häufiger zumindest schon in Pflichtenheften für die nächsten Unternehmensschritte. Und tatsächlich eröffnet eine einheitliche Schnittstelle nicht den Kundenabfluss, sondern eine Angebotswelt, die selbst bei großen Banken nicht weniger als eine Revolution bedeutet.

Mit dem Verkauf der größten Tink-Beteiligung erzielt die schwedische Bank SEB nicht nur einen gewaltigen Preis, sondern der US-Kreditkartengigant Visa mit dem Kauf dieses Anteils auch eine gänzlich andere Stellung in der Finanzwelt - ein Schritt weg vom klassischen Kreditkartengeschäft und hin zu einem mächtigen Vernetzer von Bankkunden und Anbietern, egal ob große Bank mit eigenen Finanzprodukten oder ein kleines Fintech mit einer Nischenlösung, beispielsweise im Bereich Finanzierung oder Wertpapiere. Und die scheint nicht nur ausgereift, sondern ist es auch, da Tink schon seit geraumer Zeit selbst andere Unternehmen der Open-Banking-Branche erfolgreich integriert hat und mit Partnerschaften zu mehreren tausend Banken auf dem ganzen Globus glänzt, ohne auch nur einen Hauch des ursprünglichen "Spirits" der Open-Banking-Idee verloren zu haben.

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