Was die Corona-Warn-App für die Akzeptanz von Banking-Apps leistet

Hartmut Gasser, 08.07.2020

Selten gab es so einen Hype für eine Smartphone-App wie für die Corona-Warn-App der Bundesregierung – über 15 Millionen Mal wurde die App bereits heruntergeladen. Tatsächlich steckt hinter dieser sinnvollen App-Anwendung aber auch eine große Chance – auch für gänzlich branchenfremde Anwendungen.

Eine beträchtliche Anzahl von Smartphone-Nutzern benutzen zwar moderne Smartphones – nutzen aber außer den vorinstallierten Apps der Hersteller keine einzige weitere App. Das ist der Grund, dass zwar die meisten Smartphone-Besitzer durchaus empfänglich sind für mobile Anwendungen, sicherlich aber nicht alle. Die Corona-Warn-App bricht diese Hürde mit einer gesellschaftlich höchst sinnvollen App auf.

Tatsächlich ist es nicht ganz einfach, ablehnende Smartphone-Besitzer von der Installation zusätzlicher Apps zu überzeugen. Neben Datenschutz-Bedenken spielen hier vor allem fehlendes Wissen über die Nutzung von App-Stores und oftmals auch ein gänzlich fehlender Zugang für App-Stores eine Rolle. Gerade diese Hürden bei vielen Nutzern sind auch echte Hürden für den Einsatz von Banking-Apps.

Verbunden mit dieser unsichtbaren Barriere ist dann die fehlende Erfahrung über Bedienkonzepte. Während die meisten Smartphone-Nutzer gewohnt sind, die Bedienung von Apps dialoggesteuert durchzuführen und dazu kein Handbuch zu benötigen, stehen unerfahrene Nutzer mitunter völlig hilflos vor diesem Bedienungskonzept, weil sie krampfhaft versuchen, sich die Abläufe einzuprägen. Es ist ein großer Unterschied, ob beispielsweise eine Waschmaschine drei Regler und einen Einschaltknopf hat oder ein modernes Gerät nur noch einen Regler, der auf einem Display eine Menüführung bietet. Es sind zwei grundlegende Bedienphilosophien.

Lösung? Einfach.

Lösbar ist dieses Dilemma nur durch Beratung und durch Hilfestellung. Natürlich kann eine Bank einem Kunden nicht das Smartphone erklären – warum aber eigentlich nicht? Gerade Filialbanken haben hier den entscheidenden Vorteil des direkten Kundenkontakts!

Ein solches Beratungskonzept könnte so aussehen, dass vor allem jüngere Mitarbeiter und auch Auszubildende in diese individuelle “Smartphone-Beratung” verantwortlich eingebunden werden, der älteren Kundschaft das Smartphone, das Tablet und die Banking-App initial einzurichten und zu erklären. Kunden sehen das installierte “Ergebnis” sofort auf ihrem Gerät und für die jüngeren Mitarbeiter sind diese Kontakte wichtige Erfahrungen auf ihrem Karriereweg. Mitarbeiter, die verstehen, wie Kunden Online-Prozesse verstehen und nutzen, sind auch erheblich besser auf Omnichannel-Prozesse vorbereitet.

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