Wie PayPal der deutschen Bankenlandschaft ein Schnippchen schlägt

30.10.2018

Das kürzlich in Deutschland gestartete Google Pay ist technisch ausgereift und funktioniert auf vielen Märkten weltweit. In Deutschland indes leidet Google Pay an der mangelnden Akzeptanz der meisten Banken. Dieses luftleere Loch wird nun schlagartig gefüllt – durch PayPal.

Paypal-Logo

Es war ein mutiger Versuch der deutschen Sparkassen und der Volks- und Raiffeisenbanken, dem Zahlungssystem Google Pay des amerikanischen Suchmaschinenriesen Paroli zu bieten. Man wolle die eigenen Banken und Karten nicht für Google Pay öffnen und stattdessen eigene Apps und Zahlungslösungen anbieten, die freilich nur unter Android funktionieren, da Apple auf iPhones den NFC-Chip nicht für externe Apps freigeben wird.

Doch aus dem Versuch des Protektionismus ist nun eine Falle gefunden, die beispielhaft für Disruption in der Bankenlandschaft ist. Anstatt dass Google sich nämlich mit den ablehnenden deutschen Banken zusammensetzt, nutzt man einfach einen Umweg, der schon längst genügend Reichweite mitbringt, nämlich mit PayPal. PayPal-Kunden können ab heute ihren Account in Google Pay anlegen und über diese Verbindung ein Zahlungssystem ihrer Wahl nutzen. Das kann eine beliebige Paypal-fähige Kreditkarte, aber eben auch ein in PayPal hinterlegtes Girokonto sein.

Und damit bietet Google Pay allen Nutzern auf einen Schlag den Zugriff auf alle Kreditkarten und Girokonten in Deutschland. Damit wird der Kampf der kontaktlosen Zahlungsmittel auf Smartphones nun zu einem existentiellen für deutsche Banken, denn wenn immer mehr Nutzer anstatt eine App ihrer Hausbank lieber das schnell installierte Google Pay und darüber ihren PayPal-Account nutzen, ist überhaupt nichts mehr von der Hausbank in Google Pay zu sehen.

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